Dienstag, 20. März 2007

Innehalten und Besonnenheit

Bei Ralfs Gedanken über das "Innehalten" und der Frage nach dem, wie es uns gelingen kann, auch im grössten Alltagsstress anzuhalten, um uns nicht verloren zu gehen, ging mir immer wieder der Begriff der Besonnenheit, die "Besinnung" durch den Kopf, die vielleicht so etwas wie das kleine und tägliche Ziel einer philosophischen Haltung sein kann. PQ bringt uns zur Besinnung - und schafft damit eine wirkliche und ernstzunehmende Ge-lassenheit im Umgang mit dem, was um uns herum geschieht. Das mag wie ein frommer Wunsch klingen, aber wenn wir uns von der Vorstellung befreien, einen Überblick nur deswegen gewinnen zu wollen, um die Kontrolle zu gewinnen (wie bei unserem Autofahrbeispiel), dann greift es zu kurz. Wir schaffen uns einen Überblick über den Kontext, in dem wir uns bewegen, nicht über den gesamten Lauf der Welt und der Dinge - wenn wir unseren Kontext erweitern können, ist das wunderbar, aber sobald wir es nicht auf eine "letzte Erkenntnis" anlegen, können wir auch nicht daran scheitern oder verzweifeln. Das Innehalten und die Besinnung hat etwas mit einem sehr individuellen Ziel zu tun - niemand als wir selbst können bestimmen, wann wir zur Besinnung kommen bzw. wann wir wieder aufbrechen wollen, um in der nächsten Schleife der Geschwindigkeit anzuhalten und nach dem "Sinn" zu fragen. Dieser Sinn besteht demnach nicht in festzulegenden Inhalten - also: sinnvolles Leben muss sich aus "einem guten Job, Familie, einem Haustier und mindestens einer ehrenamtlichen Tätigkeit" zusammensetzen, sondern Sinnhaftigkeit entsteht immer dann, wenn wir das Gefühl haben, dass wir uns selbst entsprechen, dort wo wir sind. Dann haben wir keine Ansprüche an das Außen, aber hoffentlich ein Interesse, eine Neugier und die Lust zum Dialog -. das aber ist etwas anderes und hat nichts mit Kontrolle zu tun: es lässt die Dinge sein.
Wenn wir also stetig Innehalten und zur Besinnung kommen, um dann den nächsten Schritt zu tun, dann nutzen wir diese Bewegung für eine persönliche Entwicklung, die ihren Wert in sich selbst trägt und damit zu einem inneren Kompass werden kann - und diesen Nutzen stiftet allein der reflektierte Umgang mit dem Verhältnis, das wir als unvollkommene, vereinzelte Individuen zu unserer Welt einnehmen - nicht anderes ist PQ.

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