Sonntag, 11. Februar 2007

Warum überhaupt PQ?

IQ, EQ, SQ, MQ... haben wir nicht schon genügend Quotienten? Wir sollen "allgemein" intelligent sein, also Probleme des Sprachlichen, der Mathematik oder der Orientierung lösen können (IQ). Es ist wichtig, "intelligent" mit zwischenmenschlichen Situationen umzugehen (EQ). Wir sollen unsere spirituelle Seite nicht vernachlässigen und "intelligent" mit der Sinnfrage des Lebens umgehen (SQ). Und natürlich ist auch Souveränität in Bezug auf moralische Probleme oder Fragen nach Recht und Fairness gefragt.

Galt vor 30 Jahren noch ein hoher IQ als Adelung der Person, so macht es heute - wie im Radio - der Mix. Nicht eine Intelligenz ist wichtig, multiple Intelligenzen sind in jedem Menschen zu erkennen und zu fördern. Mindestens acht sind heute schon identifiziert. Ist also eigentlich nicht schon alles zum Q-Thema gesagt?

Wir meinen, nein. Wir meinen, dass bei all diesen Intelligenzen etwas zu kurz kommt, das früher hoch im Kurs stand: das reflektierende Denken oder auch das Nach-denken.

Zahlenreihen fortsetzen zu können, unpassende Worte in einer Liste erkennen zu können, Empathie zu empfinden, fairen Umgang zu üben und auch über die harte materielle Welt hinaus zu blicken sind wünschenswerte Fähigkeiten. Ohne Frage. Aber war das denn schon alles? Zu welcher Intelligenz ließe sich z.B. die Fähigkeit rechnen, über diese Intelligenzen nachzudenken? Zu welcher Intelligenz gehören die kritische Fragen, die uns nach der IQ-Hype nun auch EQ etc. beschert haben? Welche Intelligenz hilft die Veränderungen der letzten 30 Jahre in der Sichtweise auf Intelligenzen zu bewältigen?

Wir meinen, dass dazu weder IQ, noch EQ, noch SQ ausreichen. Vielmehr scheint es nützlich, eine Intelligenz - oder allgemeiner: eine Haltung und Fähigkeiten - zu kultivieren, die Brücken schlägt zwischen den Intelligenzen. Der Mensch braucht ein Gegengewicht für zuviel IQ oder auch zuviel EQ. Und dieses Gegengewicht sehen wir aus seiner Fähigkeit zur Bewusstheit entspringen. Deshalb beschreibt PQ für uns auch zunächst eine Haltung. PQ nimmt seinen Ausgang mehr im Sein, denn im Haben. Es ist für uns Fundament und Rahmen für das Spiel der anderen Intelligenzen.

PQ statt PH haben wir dann als Akronym gewählt, ganz einfach um die Nähe zu den anderen Intelligenzen auszudrücken. Und - wir wollen es nicht verschweigen - auch Marketingüberlegungen haben ihren Teil dazu beigetragen. Denn eine gute Idee - und dafür halten wir PQ ;-) - ist nichts, solange sie sich nicht auf einen prägnanten Punkt bringen lässt, der in den Köpfen hängen bleibt. PQ in Anlehnung an IQ, EQ usw. schien uns da ein attraktives Etikett für das Meme "Philosophische Haltung".

-Ralf

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