Freitag, 23. Februar 2007

Ein "gutes Leben" als Ziel von PQ

PQ scheint uns eine zu den üblichen *Q wie IQ, EQ etc. eine zumindest interessante Ergänzung. Situationen, in denen eine PQ, eine Philosophische Haltung hilfreich sein kann, scheinen sich ständig zu ergeben. Aber worin liegt der Nutzen einer PQ?

Noch ein Q im Reigen der Vorhandenen ist kein Nutzen, sondern kann allenfalls ein Anlass sein, über die Nützlichkeit nachzudenken. Die Behauptung, es gäbe viele Situationen, in denen PQ nützlich ist, zeigt den Nutzen auch noch nicht unmittelbar, sondern behauptet ihn nur. Um nichts anderes ging es jedoch bisher. Wir wollten nur ersteinmal ein wenig Rahmen für PQ schaffen. Dieses Blog ist ja ein Tagebuch unserer eigenen Annäherung an PQ. Insofern gehen wir nicht geradeaus auf ein klares Ziel zu, sondern eher gewundene Wege in einen Nebel hinein. Und da stoßen wir jetzt auf die Frage: Was soll PQ konkret bringen? Wobei soll PQ helfen?

Unsere Antwort, kurz und knapp: PQ soll helfen, ein "gutes Leben" zu haben.

Hört sich einfach an, hört sich nach einem Gemeinplatz an. Ein "gutes Leben" haben doch alle möglichen "Praktiken" zum Ziel. Auch IQ und EQ und SQ wollen doch mehr oder weniger ausdrücklich helfen, ein "gutes Leben" zu führen, oder?

Klar, insofern reiht sich PQ erstmal nur in eine schon lange Reihe von Angeboten ein. Im Unterschied zu vielen anderen Angeboten können wir für PQ jedoch schon einmal festhalten: PQ ist nicht allein seligmachend. Mit PQ allein kann ein "gutes Leben" nicht erreicht werden. Dazu gehört mehr. Für uns ist PQ also ein Komplementärangebot zu anderen - von dem wir allerdings meinen, dass es eben auch ohne PQ nicht so gut zu erreichen ist, das "gute Leben".

Was macht denn nun aber aus unserer Sicht ein "gutes Leben" überhaupt aus? Wir meinen, es gehören mindestens folgende Aspekte dazu:
  • Freude
  • Robustheit
  • Offenheit
In einem "guten" Leben sollen die positiven, die freudigen Momente überwiegen. Lachen, Anerkennung, Geborgenheit, Sinnfülle, Freiheit, Entfaltung und Sicherheit sind für uns Aspekte der Freude. Eine präzisere Definition von Freude scheint uns nicht wichtig, denn solange wir pathologische Formen der Freude (z.B. Freude an der Verletzung anderer) außen vor lassen, scheint uns ein Konsenz über das, was zur Freude gehört, überkulturell evident. Jeder wird sich kompetent fühlen, eine freudvolle Situation von einer nicht freudvollen unterscheiden zu können.

Freude steht sicherlich im Zentrum eines "guten Lebens". Aber Freude allein ist sehr flüchtig. Zu einem "guten Leben" gehört für uns daher auch eine gewisse Robustheit. Ohne sie lässt sich Freude schnell trüben. Selbstvertrauen und Gelassenheit sind Aspekte solcher Robustheit oder Stabilität, die die freudvolle Persönlichkeit gegen die Widrigkeiten des Lebens schützen.

Freude braucht also Hilfe zu ihrer Bewahrung. Aber positives Bewahren kann umschlagen in negatives Einmauern. Robustheit braucht deshalb eine Gegenkraft. Wir meinen, Offenheit sollte diese Gegenkraft sein. Offenheit macht die Wälle gegen die Widrigkeiten des Lebens durchlässig. Ein "gutes Leben" braucht Wohlwollen, damit das Lächeln nicht gefriert. Wer der Welt nicht offen und wohlwollend entgegentritt, der verschanzt sich hinter seiner Robustheit.

Umgekehrt ist jemand, der Offenheit und Wohlwollen keine Robustheit entgegenstellt wie ein Blatt im Wind. Wer Offenheit über Stabilität stellt, verpasst die Chance auf die Entwicklung einer konturierten Persönlichkeit. Umgekehrt wird zur Betonkopf-Persönlichkeit, wer Stabilität über Offenheit stellt.

Ein "gutes Leben", in dessen Kern die Freude steht, braucht also ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Robustheit und Offenheit.


Wir meinen nun, dass PQ helfen kann, nein geradezu notwendig ist, um ein solchermaßen definiertes "gutes Leben" allemal in unserer Zeit und in unserem Kulturraum zu führen.

-Ralf

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