Sonntag, 25. Februar 2007

Balance halten mit PQ - Ich bereue nichts

PQ soll helfen, ein "gutes Leben" zu führen, d.h. ein Leben in Freude, die sich nicht leicht trüben lässt ohne sich zu verschanzen.

Es gilt also, eine Balance zu halten zwischen...

  • Robustheit, Stabilität, Bewahren, Gegenwärtigem, Gleichem, Effizienz, Sicherheit
  • Offenheit, Flexibilität, Plastizität, Zukünftigem, Neuem, Anderem, Hoffnung
Sie ist unserer Meinung nach die Bedingung für die Möglichkeit eines "guten Lebens". Freude ohne eine Stabilität und Sicherheit nur ein flüchtiger Lichtblick in einer ansonsten angstmachenden Welt; Freude ohne Offenheit und Flexibilität hingegen verknöchert und führt zur Rückwärtsgewandtheit.

Freude kann also nur dort nachhaltig gedeihen, wo eine Balance herrscht zwischen nach innen und nach außen gewandten "Kräften", zwischen Bewahren und Veränderung.

Wie nun lässt sich diese Balance herstellen und erhalten? Ergibt sie sich nicht einfach so in jedem Menschen? Nein, leider nicht. Meistens sind Robustheit und Offenheit im deutlichen Ungleichgewicht. Zwar ist Balance nicht statisch, sondern ein ständiger Prozess, so dass auch während des Balancierens quasi ständig ein Ungleichgewicht herrscht, ja herrschen muss. Aber die Ungleichgewichte des erfolgreichen Balancierens sind minimal, wechseln ständig und bewegen sich idealerweise sehr eng um den infinitesimal kleinen Ruhepunkt der Balance herum.

Aber nicht nur stehen Robustheit und Offenheit meist in einem unausgewogenen Verhältnis zueinander und machen somit echte Freude zu einem immer wieder unkontrollierbar flüchtigen Erlebnis. Sie können, so meinen wir, kaum nachhaltig in Balance kommen, weil es an einem Bewusstsein darüber fehlt, dass eben diese Balance nötig ist.

Balancieren ist eine bewusste Handlung. Es balanciert nur, wer sich dazu entschlossen hat. Und es entschließt sich nur dazu, wer den Wert der Balance erkannt hat.

Bewusstheit, Erkenntnis, Entschluss gehören damit zu einem "guten Leben". Und genau darum geht es bei PQ. Eine Philosophische Haltung bemüht sich um Bewusstheit, strebt nach Erkenntnis und erleichtert den Entschluss.

Gerade ist durch die Verfilmung des Lebens der Edith Piaf wieder ihr Chansontitel und Lebensmotto "Non, je ne regrette rien" im Gespräch. Nichts zu bereuen, alles wieder so zu tun, wie man es schon getan hat, wenn man die Gelegenheit erhielte, übt wieder Faszination aus, ja erscheint geradezu erstrebenswert. Und... dieser Gedanke entspricht ganz dem, worum es PQ geht. Denn ohne Reue kann nur sein, wer bewusst lebt und entscheidet.

Bewusstheit ist die Voraussetzung für eigene Entscheidungen. Ohne Bewusstheit entscheidet man nicht selbst, sondern es wird durch unbewusste mentale Instanzen entschieden. Nur mit Bewusstheit wird man zum wahrhaft Agierenden und "Täter", ohne sie zum Reagierenden und "Opfer". Wer aber nur reagiert und "Opfer der Umstände" ist, der hat keine Wahl und keine Verantwortung. Beides ist aber Voraussetzung für Reue. Sie ist sozusagen die Kehrseite der Medaille und die mögliche Konsequenz. Nur wer bewusst entscheidet, kann sich falsch entscheiden und somit die Entscheidung auch bereuen.

Dass Edith Piaf sich als "Opfer der Umstände" gesehen hat, ist kaum anzunehmen. Ihre Versicherung, sie bereue nichts, entsprang mithin einer sehr bewussten Lebensweise. Oder anders: Eine sehr bewusste Lebensweise führt quasi notwendig zu einem Leben, über das man ausruft "Ich bereue nichts!" Denn wer stets bewusst entscheidet, wird sich nie für etwas entscheiden, von dem schon im Moment der Entscheidung gewiss ist, es sei später zu bereuen. Bewusste Entscheidungen können nicht anders ausfallen. Reue setzt die Möglichkeit zur anderen Entscheidung jedoch voraus.

Das Ziel von PQ könnte daher sein, ein Leben nach dem Motto von Edith Piaf zu führen: Ich bereue nichts!

-Ralf

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